Posts mit dem Label Tod werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tod werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 16. Februar 2013

Das Dilemma vom Sterben lassen

„Sterben lassen. Über Entscheidungen am Ende des Lebens“ Ralf J. Jox; Edition Körber Stiftung, 268 Seiten, Oktober 2011; ISBN: 978-3896840875
Berührt - und zwar äußerst unangenehm berührt - ist jeder Mensch, der mit dieser Frage konfrontiert ist. Es trifft jeden. Ob es um den eigenen Tod oder der von lieben oder eher schwierigen Angehörigen und Freunden geht, irgendwann ist jeder dran mit diesem so ur-menschlichen Thema, dem Sterben. Dann ist es gut, wenn man vorbereitet ist. 

Dank der modernen Medizin sterben in den industrialisierten Ländern zwei Drittel aller Menschen nicht mehr unerwartet, sondern absehbar und oft palliativ unter ärztlicher Begleitung. Oft sind Ärzte und Angehörige gefordert für einen Sterbenden zu entscheiden, ob weitere Maßnahmen noch sinnvoll sind oder das Leiden nur verlängern. Dann steht die Frage nach der Würde im Raum und nach der rechtlichen und moralischen Verantwortung und wie man als Angehöriger, als Arzt oder als Pflegepersonal mit der Entscheidung offen und gewissenhaft umgehen kann. Ob Therapiebegrenzung oder Ausschöpfung aller Möglichkeiten - die Entscheidung muss respektvollen und würdevollen Umgang aller Beteiligten miteinander ermöglichen. 

Mittwoch, 28. November 2012

Schöner sterbein im TV

Fund einer TV-Leiche. Foto: CFalk/Pixelio
„Wer im amerikanischen Fernsehen stirbt, ist schöner tot", sagt Tina Weber. Den Satz kann die Soziologin belegen. Weber untersuchte 13 amerikanische Fernsehserien - von „Six Feet Under", über „CSI Las Vegas" und „Dead like me" bis hin zu „Dexter". Und fand meistens zum Sterben schöne Leichen: jung, athletisch, gut aussehend. 

Alle diese TV-Serien wurden in den letzten 12 Jahren produziert und laufen ausnahmslos zur besten Sendezeit. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurde die amerikanische Fernsehlandschaft in den USA regelrecht mit TV-Serien, die den Umgang mit dem toten Körper in der Gerichtsmedizin oder im Bestattungsinstitut zeigen, überschwemmt. Tina Weber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der TU Berlin, analysierte die Serien innerhalb des Forschungsprojektes „Tod und toter Körper". Gab es in den 1990er-Jahren nur eine Krimi-Serie, in der die Leiche über den Tatort hinaus eine Rolle spielte, Tote aber dennoch niemals gezeigt wurden, wird die Leiche in den neuen US-Serien zu einem zentralen Element im Plot und - sie ist nun auch zu sehen. Doch wie wird sie gezeigt, fragte Tina Weber, und was wird nicht gezeigt und warum. 

Samstag, 17. November 2012

Leben ohne Tod? Licht- und Schattenseiten des ewigen Lebens

Foto: Tobias Kunze /pixelio.de
Jeder Mensch will wissen, was mit ihm passiert, wenn er stirbt. Diese große Furcht vor der vollständigen Auslöschung, dass nichts von einem Menschen, einem Leben übrig bleibt, die treibt alle Menschen um. Immer. Ständig. Mal mehr und mal weniger bewusst, abhängig vom jeweiligen Grad der Verdrängungsfähigkeit. Das ist der Stand der Atheisten und der Wissenschafts-Gläubigen. Und so greifen die mit der Furcht jene an, die einen Glauben haben an einen Himmel oder Wiedergeburt und mit diesem Glauben nicht nur Halt sondern Angstfreiheit gewinnen können.

Daher auch der Trend in der Medizin, den Menschen ein immer längeres, schmerzfreies und glückliches Leben ermöglichen zu wollen. Und tatsächlich wollen viele Menschen ewig leben.

Doch selbst aus philosophischer Sicht hat der Menschheitstraum von der Unsterblichkeit Schattenseiten. "Es würde langweilig und einsam, wenn ein unsterblicher Mensch im Diesseits keine Beziehungen zu anderen Unsterblichen hätte", erläutert US-Philosoph Prof. Dr. John Martin Fischer. "Quälend würde es auch, wenn ein ewig lebender Mensch keine sinnvolle Aufgabe hätte, nicht gesund wäre und keine ewig stabile Persönlichkeit hätte",