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Dienstag, 27. August 2013

Armut macht Kinder ungebildet – und krank

Foto: Thommy Weiss / Pixelio
Sie sind blass und übergewichtig, ihr Immunsystem ist geschwächt und ihre Entwicklungschancen sind schlechter: Jedem sechsten Kind in Deutschland erschwert der Hartz IV-Regelsatz eine adäquate Ernährung, das sind etwa 2,5 Millionen Betroffene in Deutschland

Oft fallen sie schon in der Schule aus und leiden nach schlechtem Berufsstart doppelt so häufig an chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes. „Der soziale Aufstieg wird so bereits am Küchentisch erstaunlich effektiv blockiert“, beklagt Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski, Sprecher des Sachverständigenbeirates der Ernährungsinformation der Universität Hohenheim. Aus Sicht der Ernährungsmedizin habe beispielsweise der ARD-Tatort „Jagdzeit“ vom 10. April 2011 die Umstände und Wirkungsmechanismen im Leben armer Kinder in Beziehung zu ihrer Ernährungssituation erstaunlich realistisch wiedergegeben.

Auf den ersten Blick scheint alles im Lot in Deutschland – auch auf den Kindertellern. „Von den Verantwortlichen der Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) hört man in Deutschland gäbe es ab dem 14. Lebensjahr keinen Vitaminmangel“, zitiert Prof. Dr. Biesalski.

Mittwoch, 28. November 2012

Schöner sterbein im TV

Fund einer TV-Leiche. Foto: CFalk/Pixelio
„Wer im amerikanischen Fernsehen stirbt, ist schöner tot", sagt Tina Weber. Den Satz kann die Soziologin belegen. Weber untersuchte 13 amerikanische Fernsehserien - von „Six Feet Under", über „CSI Las Vegas" und „Dead like me" bis hin zu „Dexter". Und fand meistens zum Sterben schöne Leichen: jung, athletisch, gut aussehend. 

Alle diese TV-Serien wurden in den letzten 12 Jahren produziert und laufen ausnahmslos zur besten Sendezeit. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurde die amerikanische Fernsehlandschaft in den USA regelrecht mit TV-Serien, die den Umgang mit dem toten Körper in der Gerichtsmedizin oder im Bestattungsinstitut zeigen, überschwemmt. Tina Weber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der TU Berlin, analysierte die Serien innerhalb des Forschungsprojektes „Tod und toter Körper". Gab es in den 1990er-Jahren nur eine Krimi-Serie, in der die Leiche über den Tatort hinaus eine Rolle spielte, Tote aber dennoch niemals gezeigt wurden, wird die Leiche in den neuen US-Serien zu einem zentralen Element im Plot und - sie ist nun auch zu sehen. Doch wie wird sie gezeigt, fragte Tina Weber, und was wird nicht gezeigt und warum.