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Sonntag, 9. Februar 2014

Candida albicans braucht Zink!

Zwei Kolonien des krankheitserregenden Hefepilzes Candida albicans gewannen den zweiten Platz beim Fotowettbewerb der Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft. Foto: François Mayer
Der Pilz Candida albicans ist ein täglicher Begleiter des Menschen: im Mund, im Rachen oder im Verdauungstrakt. Doch bei einem angeschlagenen Immunsystem kann er sich im menschlichen Gewebe verbreiten und Infektionen verursachen. Dazu benötigt er unter anderem Zink. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Duncan Wilson ist es dem Italiener Dr. Francesco Citiulo aus der von Hube geleiteten Abteilung für Mikrobielle Pathogenitätsmechanismen gelungen zu dokumentieren, wie sich der Pilz mit lebenswichtigem Zink versorgt: Da die Wirtszelle Nährstoffe unter Verschluss hält, um den Pilz abzuwehren, benötigt dieser einen Helfer. Ein Molekül, das aus der Pilzzelle ausgeschieden wird, außerhalb – also im Wirt – Zink bindet und dieses einem Rezeptor übergibt. Der Rezeptor sitzt an der Außenwand der Pilzzelle und schleust das Zink hinein. Dieser Vorgang wurde bereits für das ebenfalls lebensnotwendige Element Eisen beschrieben, für Zink jedoch nicht. Diesen Beitrag zeichnete die Stiftung der DMykG mit dem Publikationspreis und einem Preisgeld von 1.000 Euro aus.

Dienstag, 20. November 2012

Den Krebs aushungern - Lichtempfindliche Moleküle gegen Hautkrebs

Das Wann und Wo von Licht kann vieles bewirken.
Foto: Jens Bredehorn/Pixelio
Die neuartige Therapie, die Wissenschaftler der ETH Zürich und der University of Hull gegen Hautkrebs entwickelt haben, beruht auf lichtempfindlichen Molekülen, die an Antikörper gekoppelt sind. Diese Antikörper erkennen spezifisch Tumor-Blutgefäße und lagern sich an diese an. Werden die Moleküle mit Licht angeregt, so entsteht aus ihnen ein reaktives Sauerstoff-Radikal. Radikale sind bekannt dafür, dass sie Zellen irreparable Schäden zufügen. 

Die chemisch modifizierten Antikörper zerstören in der Folge die Blutgefäße des Krebses und schneiden ihm so die Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff ab. Dadurch verhungern die Krebszellen in grosser Zahl und die Tumore verschwinden vollständig. Zudem unterdrückt die Behandlung mit lichtempfindlichen Molekülen das neuerliche Tumor-Wachstum in den folgenden hundert Tagen nach der Therapie. 

Dienstag, 6. November 2012

Radioaktive Strahlung bringt Krankheit und Tod

AKW "Isar 2" Foto:  Bjoern Schwarz  / pixelio.de
Radioaktivität beeinträchtigt lebende Zellen. Selbst kleinste Strahlendosen können die Erbinformation verändern, das Immunsystem schädigen und Krebs auslösen. Die Gefährlichkeit dieser sogenannten Niedrigstrahlung hat nun auch die als konservativ geltende National Academy of Science in den USA bestätigt. Im Juni 2005 schreibt sie in einer Studie, dass es keine untere Schwelle für gefährliche Strahlendosen gibt. Alle Dosen können Krebs auslösen – radioaktive Strahlung ist somit gefährlicher als bisher offiziell angenommen.

„Vor diesem Hintergrund ist die von der CDU diskutierte Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke verantwortungslos. Wir Ärzte warnen vor längeren AKW-Laufzeiten“, sagt Dr. Angelika Claußen, Vorstandsvorsitzende der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges).

Unter Berufung auf die Studien an den Atombombenopfern aus Hiroshima und Nagasaki wurde die Gefährlichkeit von Niedrigstrahlung lange Zeit ausgeblendet. Doch die Erkenntnis, dass es keine sicheren Strahlendosen gibt, war unter atom-kritischen Wissenschaftlern schon seit längerem bekannt. „Wir wissen: Die Grenzwerte sind willkürlich festgelegt und dienen eher wirtschaftlichen Interessen als biologischen Erfordernissen“, sagt Angelika Claußen.