Samstag, 14. September 2013

Sparen bei der Bildung ist teuer

Lehrlinge in einer Backstube. Foto:
Paul-Georg Meister/pixelio.de
Unzureichende berufliche Bildung führt zu hohen gesellschaftlichen Folgekosten. Jahr für Jahr starten rund 150.000 junge Menschen ohne Ausbildungsabschluss und damit mit schlechten Zukunftsperspektiven ins Berufsleben. Wenn es nicht gelingt, diese Zahl zu halbieren, entstehen für die öffentlichen Haushalte Belastungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro pro Altersjahrgang. Das zeigt eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Diese Folgekosten entstehen im Verlauf des Erwerbslebens der Betroffenen durch entgangene Lohnsteuern und Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sowie Ausgaben für Arbeitslosengeld und notwendige Sozialtransfers.

"Wer in Deutschland ohne Ausbildungsabschluss bleibt, hat kaum Chancen auf eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt", sagte Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, bei der Vorstellung der Studie. "Fehlende Ausbildung führt zu hohem Arbeitslosigkeitsrisiko und niedrigen Einkommen", erklärte Dräger.

Freitag, 13. September 2013

Stromanbieter-Wechsel leicht gemacht

Stromanbieter wechseln? Foto: bjoernschwarz/pixelio-de
259 Euro jährlich im Schnitt kann ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden durch einen Stromanbieter-Wechsel sparen, hat das unabhängige Verbraucherportal Verivox errechnet.

In Zeiten von knappen Kassen erstaunt es, dass gerade einmal ein Fünftel der Verbraucher seit der Öffnung des deutschen Strommarktes von der Möglichkeit den Stromanbieter zu wechseln Gebrauch gemacht hat. Dabei ist der Wechsel des Versorgers denkbar einfach und die Angst, plötzlich im Dunkeln zu sitzen, völlig unbegründet.

Mit 4000 Kilowattstunden ist ein Vierpersonenhaushalt meist gut versorgt. Die vermutete Ersparnis bezieht sich auf einen Wechsel aus dem Grundversorgungstarif zu einem Tarif ohne Vorauskasse, also ohne jegliches Risiko und mit geringstmöglichem Aufwand.

Online den richtigen Tarif finden

Starke Magnetfelder helfen bei schweren Depressionen

Heilen Magnetfelder schwere Depressionen? Foto: Tim Ruster/pixelio.de
Starke Magnetfelder eignen sich augenscheinlich sehr gut zur Therapie schwerer Depressionen. Die Mediziner hatten insgesamt zehn Patienten mit der so genannten Magnetkrampftherapie (MKT) behandelt. Bei sechs von ihnen besserte sich der Zustand daraufhin deutlich. Besonders erfreulich: Schwerwiegende Nebenwirkungen blieben komplett aus.

Bei einer Magnetkrampftherapie bringen Mediziner am Kopf des narkotisierten Patienten zwei Spulen an. Diese erzeugen einhundert Mal pro Sekunde ein starkes Magnetfeld und lösen dadurch im Gehirn einen Krampfanfall aus. Die seit mehr als 75 Jahren eingesetzte Elektrokrampftherapie (EKT) funktioniert ähnlich. Bei ihr wird der Anfall aber durch elektrische Impulse hervorgerufen.

Bei vielen Depressiven verbessert sich nach einer EKT das Befinden - die Gründe dafür sind noch unklar. Selbst bei Kranken, die auf keine andere Behandlungsmethode ansprechen, liegt die Erfolgsquote bei 50 bis 70 Prozent. Allerdings hält diese Besserung nur bei der Hälfte von ihnen länger als sechs Monate an. Dennoch schlägt die Methode die heute verfügbaren Medikamente ebenso um Längen wie Psycho- oder Verhaltenstherapien.

Elektrokrampftherapie hat ein Image-Problem

Donnerstag, 12. September 2013

Schrödingers Katze & Co: Quantenmechanik

Künstlerische Darstellung der komplexesten und massivsten Moleküle (PFNS-10, TPP-152) mit denen Quanteninterferenz nachgewiesen werden konnte Illustration: Mathias Tomandl
Ein neuer Rekord im Nachweis quantenphysikalischer Eigenschaften von Nano-Partikeln gelang Quanten-Nano-Physikern der Universität Wien in Kooperation mit Chemikern aus der Schweiz und den USA: Erstmals wurde das Quanten-Verhalten von Molekülen aus mehr als 400 Atomen nachgewiesen. Dabei stellen die WissenschafterInnen mit dem "Molekularen Oktopus" – angelehnt an die Gestalt der verwendeten Moleküle – einen wichtigen Aspekt des Gedanken-Experiments "Schrödingers Katze" nach."Schrödingers Katze": zugleich tot und lebendig?

Die Quantenmechanik stellt seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine der tragenden Säulen der modernen Physik dar. Einige ihrer Voraussagen stehen aber in eklatantem Widerspruch zu unserer Intuition und den Beobachtungen in unserer Alltagswelt. Dieser Widerspruch wurde vom österreichischen Physiker Erwin Schrödinger vor 80 Jahren auf den Punkt gebracht: Er fragte sich, ob es möglich sei, auch extreme Überlagerungszustände zu realisieren – zum Beispiel den einer Katze, die zugleich tot und lebendig sei. Aus gutem Grund wurde dieses Experiment nie tatsächlich erprobt. Ein Forschungsteam um Markus Arndt, Professor für Quanten-Nano-Physik an der Universität Wien, zeigt nun, dass es möglich ist, mit großen organischen Molekülen wichtige Aspekte von Schrödingers Gedanken-Experiment nachzustellen.

Superposition bei immer größeren Objekten

Sensorfolie stoppt Gammelfleisch

 Die Sensorfolie wechselt ihre Farbe von gelb zu blau. Ein untrügliches Zeichen, dass der Fisch ungenießbar ist. Foto: Fraunhofer EMFT
Ob der eingeschweißte Hähnchenschenkel wirklich noch frisch und genießbar ist? Ansehen kann man es ihm nicht. Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum stellt keine Garantie da. Gammelfleisch-Skandale haben den Verbraucher zusätzlich verunsichert, und auch der Kunde selbst verkürzt möglicherweise durch falsche Lagerung die Haltbarkeit. Eine Sensorfolie der Fraunhofer-Einrichtung für Modulare Festkörper-Technologien EMFT in München kann hier unverzüglich grünes – nein: gelbes Licht geben oder bei verdorbener Ware warnen.

Biogene Amine als Indikator für Verderblichkeit

Mittwoch, 11. September 2013

Make-up per Computer

Forscher des MPIs für Informatik haben ein Programm entwickelt, das für Frauen das passende Make-up auswählt. Foto: Uwe Bellhäuser
Viele Frauen sind auf der Suche nach dem perfekten Make-up für ihren Gesichtstyp. Dabei kann ihnen jetzt der Computer weiter helfen. Forscher des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken haben ein Programm entwickelt, das für ein Frauengesicht das passende Make-up auswählt und direkt am Bildschirm anzeigt. Es nutzt dafür eine Datenbank mit geschminkten Gesichtern und überträgt besonders vorteilhafte Schmink-Varianten auf Augen, Lippen und Teint. Das virtuelle Make-up kann dann auch unter verschiedenen Lichtverhältnissen bewertet werden.

Antimikrobielle Nano-Fasern schützen altägyptische Papyrus

Mumienabdeckung einer jungen Dame im Ägyptischen Museum in Kairo, Leinen und Stuck mit vielfarbiger Verzierung. Foto: Institut für Physik der MLU
Dem heutigen Stand der Technik entsprechend erfolgt nach einem Bakterien- oder Schimmelbefall von Textilien oder Büchern eine Behandlung im Autoklaven mit Ethylenoxid, einer abtötenden, giftigen Chemikalie, oder eine energiereiche Bestrahlung, zumeist mit γ-Strahlen. Gegen beide Verfahren gibt es wegen der Giftigkeit bzw. der radioaktiven Strahlenquellen beträchtliche Vorbehalte. Das erklärt den Bedarf nach einem leicht handhabbaren, ungiftigen und für den Bearbeiter ungefährlichen Verfahren.

Der ägyptische Chemiker M.Sc. Ashraf Asran lernte eine Nanotechnologie zur Herstellung von Nano-Fasern mittels Elektrospinnen. „Nano-Fasern sind 100 bis 1000 Mal dünner als ein menschliches Haar und besitzen damit eine extrem vergrößerte Oberfläche bezogen auf das Volumen", sagt Professor Goerg H. Michler vom halleschen Institut für Physik, der das Projekt wissenschaftlich begleitete. „Als Nano-Teilchen können auch antibakteriell wirksame Partikel verwendet werden."

Dienstag, 10. September 2013

Wie variable Schnäppchen-Preise zu Neid führen und Firmen schaden

Foto: Gerd Altmann / Pixelio
Die Situation kennt fast jeder: Man trifft im Urlaub einen Mitreisenden, der bei gleicher Leistung deutlich weniger bezahlt hat - mitunter bis zu 50 Prozent. Und dies, obwohl man dachte, bei der Buchung wirklich einen günstigen Preis erhalten zu haben. „Dynamische Preis-Strategien" heißt dies im Marketing: Es unterscheidet zwischen Kunden und bietet ihnen gleiche oder ähnliche Leistungen zu unterschiedlichen Preisen an. Sie sind ein wichtiges Mittel, um Zahlungsbereitschaften abzuschöpfen. Doch dies kann eine Reaktion auslösen, die bisher im Marketing wie in der Marketing-Forschung kaum Beachtung gefunden hat: Neid.

Missgunst, Begierde und Boshaftigkeit

„Ein solcher Kunden-Neid entsteht, wenn man sich mit anderen Kunden vergleicht und dabei schlechter abschneidet", erläutert Professor Dr. Peter Kenning, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing an der ZU. Und dieser Neid, so Kenning weiter, setze sich „vornehmlich aus einer Mischung aus Missgunst, Begierde und Boshaftigkeit gegenüber dem beneideten Kunden zusammen, schließt aber auch Minderwertigkeitsgefühle mit ein."

Montag, 9. September 2013

Welches Wissen braucht ein echter CEO?

Die Unternehmensleistung steht in direktem Zusammenhang mit dem aufgabenspezifischen Wissen eines Vorstandsvorsitzenden (CEO). Über die Beziehungen zwischen den Aufgaben und Rollen eines Vorstandsvorsitzenden sowie dem dafür von ihm benötigten Wissen und die darauf bezogenen Implikationen für den Unternehmenserfolg innerhalb seiner Amtszeit schrieb nun Stefan Frisch, 25, seine Masterarbeit und erhielt dafür prompt den KARL-KOLLE-Preis 2011 für strategisches Management der Handelshochschule Leipzig (HHL).

Die Zusammenhänge innerhalb der Leader Life Cycle Theory (Lebenszyklus-Theorie des Managers) beschreiben, dass ein CEO innerhalb seiner Amtszeit verschiedene Phasen durchläuft. So muss etwa ein neuer Vorstandsvorsitzender erst das Unternehmen und seine Strukturen kennenlernen und wird in einem stabilen Firmenumfeld nicht so produktiv sein wie seine Kollegen, die bereits mehrere Jahre im 
Geschäft sind. Ein wesentlicher Einflussfaktor auf diese Lernphase ist das aufgabenspezifische Wissen. Ein CEO, der bereits vorher in einem ähnlichen Job gearbeitet hat, verfügt über einen höheren Wissenstand und hat damit einen Vorteil gegenüber „Neulingen“.

Das aufgabenspezifische Wissen innerhalb der Leader Life Cycle Theory ist elementar und damit eine akkurate Messgröße für zukünftige empirische Studien zu diesen Persönlichkeitsfaktoren, die über die persönliche und fachliche Eignung entscheiden.

Artikel erschienen am 21.09.2011 in The Epoch Times Print Nr. 290