| Bild: Glaskolben mit Flüssigkeiten Foto: Rolf van Melis/pixelio.de |
Wirkstoffe aus der Chinarinde, sogenannte Cinchona-Alkaloide, werden seit alters her in der Heilkunde verwendet. Prominentester Vertreter ist Chinin, ein bitterer Stoff, der in Getränken wie Tonic Water enthalten ist und in der modernen Medizin beispielsweise als Malaria-Mittel eingesetzt wird. Bereits 1945 hatten Robert Burns Woodward und William von Eggers Doering (Harvard University) beschrieben, wie sich Chinin im Labor nachbauen lassen könnte. Der letzte Schritt dieser "formalen" Totalsynthese, eine von Paul Rabe und Karl Kindler bereits 1918 beschriebene dreistufige Reaktionsfolge, ist bis heute Gegenstand heftiger Kontroversen. Aaron C.Smith und Robert M. Williams von der Colorado State University (USA) haben das Rabe-Kindlersche Protokoll jetzt erfolgreich "nachgekocht". Wie sie in einem Doering zum 90. Geburtstag gewidmeten Artikel in der Angewandten Chemie berichten, wiederholten sie die komplette Prozedur - ohne den Einsatz moderner Methoden.