Ein Drittel der Thüringer Schüler, die am Religionsunterricht teilnehmen, sind konfessionslos. Was motiviert sie dennoch dazu, sich mit Gott und dem Christentum auseinanderzusetzen und nicht stattdessen das Fach Ethik zu belegen? Welche religiösen Fragen stellen sie sich? Was erwarten sie vom Unterricht?
Wegen solcher Fragen gründeten 17 Professoren und promovierte Mitarbeiter der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Zentrum für Religionspädagogische Bildungsforschung (ZRB). „Wir haben, wenn man die Religionszugehörigkeit betrachtet, in Ostdeutschland eine weltweit einmalige Situation", sagt Prof. Dr. Michael Wermke, der Direktor des neuen Zentrums. „Ein solch hohes Maß an Säkularisierung (Verweltlichung/Entchristlichung) gibt es sonst nur noch in den Niederlanden." Dort seien die Menschen aber aus ihrem eigenen Verständnis heraus aus der Kirche ausgetreten, während das in der DDR eher die Anpassung an die atheistischen Gesellschaftswirkungen der SED bewirkt habe. Fragt man Eltern nach den Gründen für die Fachwahl ihrer Kinder, argumentieren diese meist damit, dass im Religionsunterricht Werte vermittelt würden. Die Kinder hingegen interessieren sich hauptsächlich für die Frage nach Gott.
Atheistisches Elternhaus
